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Was ist ein Redaktionssystem? Definition, Funktionen und Auswahlkriterien

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Ein Redaktionssystem ist eine Software, die strukturiert Inhalte (Texte, Bilder, Metadaten, Beziehungen) speichert, redaktionelle Workflows abbildet und die Distribution in verschiedene Kanäle ermöglicht — typischerweise Print, Web, Mailing und Social Media gleichzeitig. Im Unterschied zu einem klassischen Web-CMS wie WordPress ist das Primat eines Redaktionssystems die Story, nicht die Webseite.

Wie ein Redaktionssystem aufgebaut ist

Ein professionelles Redaktionssystem hat drei Kernschichten:

  • Datenmodell — Stories werden in typisierten Komponenten gespeichert (Titel, Lead, Body, Bildreferenzen, Tags). Siehe Story Data als Beispiel.
  • Editor-Oberfläche — Redakteure, Korrektoren und Freigeber arbeiten in einer rollenbasierten UI mit Versionierung und Approval-Workflow. Beispiel: Story Editor.
  • Distributions-Schicht — Adapter zu Ausgabe-Kanälen: InDesign für Print, REST-APIs für Web-CMS, Mailing-Plattformen, Social-Business-APIs. Beispiel: Story Channel.

Welche Funktionen ein Redaktionssystem haben sollte

  • Strukturierte Story-Speicherung — keine Word-Files, keine flachen Texttöpfe
  • Multi-User-Editing mit Echtzeit-Konfliktauflösung
  • Versionierung mit Wiederherstellungsmöglichkeit
  • Approval-Workflows mit beliebig vielen Freigabe-Stufen
  • Asset-Verlinkung (statt Asset-Kopie) — eine Bildänderung wirkt überall
  • Multichannel-Distribution per Knopfdruck
  • InDesign-Integration für professionelle Layout-Workflows
  • Schnittstellen zu DAM, CRM, MAP via REST-API
  • Audit-Log — wer hat wann was geändert
  • Mehrsprachigkeit mit Sprach-Varianten pro Story

Redaktionssystem versus Web-CMS

Eine häufige Verwechslung: WordPress, TYPO3 oder Drupal sind Web-CMS, also page-zentrisch. Eine Seite = ein Inhalt = ein Kanal. Das funktioniert für reine Websites, scheitert aber spätestens dann, wenn derselbe Inhalt parallel in Print, Newsletter und Social erscheinen soll.

Ein Redaktionssystem ist content-zentrisch: Eine Story kennt ihre Ausgabe-Kanäle nicht — die werden später zugeordnet. Beide Systemkategorien sind keine Konkurrenten — Web-CMS können als Ausgabe-Kanäle eines Redaktionssystems angebunden werden. Das nennt sich Single Source Publishing.

Wann lohnt sich ein Redaktionssystem?

Pragmatische Schwelle: sobald Ihr Unternehmen zwei oder mehr Kanäle mit denselben Inhalten bespielt — also etwa Print-Magazin + Website, oder Website + Newsletter + LinkedIn. Bei einer reinen Website lohnt sich der Aufwand meist nicht.

Lesetipp: 10 Anzeichen, dass Ihr Unternehmen ein Redaktionssystem braucht.

Auswahlkriterien für ein Redaktionssystem

  • Hosting-Region — Schweiz/EU für DSGVO-/revDSG-Compliance
  • Technologie-Reife — wie etabliert ist das Backend?
  • Verfügbare Channels — sind Ihre Ausgabe-Kanäle Standard oder Custom?
  • Implementierungs-Partner vor Ort — Sprache, Reaktionszeit, Branchen-Erfahrung
  • Lizenzmodell — passend zur Unternehmensgröße?
  • Mehrsprachigkeit — wird sie nativ unterstützt?
  • Daten-Migration — wie viel Aufwand ist die Migration aus Ihrem aktuellen System?

Beispiele für Redaktionssysteme

  • WoodWing Studio — Enterprise-Lösung aus den Niederlanden; in der Schweiz über die Story Box von Cavelti zugänglich
  • Censhare — Münchner Enterprise-Lösung, breite Branchenabdeckung
  • Adobe Experience Manager — Adobe-Stack-Integration, sehr enterprise-orientiert
  • Vjoon K4 — etabliert im Verlagswesen
  • Story Box — Schweizer KMU-Variante auf WoodWing-Basis ab CHF 120/Monat

Ein detaillierter Vergleich: Redaktionssystem-Vergleich 2026: Story Box, Censhare, Adobe AEM.

Lassen Sie sich beraten

Sie wissen nicht, ob ein Redaktionssystem für Ihr Setup Sinn ergibt? Kostenlose Bedürfnisanalyse anfragen oder direkt mit Marcel Bieri sprechen: +41 71 388 81 84.

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